Weltbevölkerung zwischen ständigem Wachstum und Geburtenrückgang
Hunger, knappe Rohstoffe und eine schlechte Versorgung sind Probleme, die das ständige Bevölkerungswachstum der Welt mit sich bringt. Während Entwicklungsländer viele Kinder zählen können, ist die Geburtenrate in den Industriestaaten bedenklich gesunken.
Doch obgleich sich die Industriestaaten um ihren Nachwuchs sorgen, bringt eine Frau noch durchschnittlich 2,7 Kinder zur Welt. Damit besteht noch immer ein konstantes Wachstum, denn 2,1 Kinder pro Frau würden genügen, um die derzeitige Weltbevölkerungszahl aufrecht zu erhalten.
Aufklärung und Geburtenrückgang
Die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte haben sowohl in den Industrieländern als auch in den Dritte-Welt-Ländern, einen Zusammenhang zwischen Aufklärung und Geburtenrate erwiesen. Die aufgeklärte, berufstätige Frau bekommt deutlich weniger Kinder.
Mangelnde Aufklärung und keine Verhütung sind der Grund dafür, dass eben dort viele Kinder geboren werden, wo die Voraussetzungen besonders schlecht für sie waren. So sind die ärmsten afrikanischen Staaten wie Uganda oder Niger mit durchschnittlich 7 Kindern pro Frau gleichzeitig auch die geburtenreichsten Länder.
Die Aufklärungsarbeit hatte aber auch zum Ergebnis, dass die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau in Asien von 5,1 auf 2,6 und in Lateinamerika von 5 auf 2,7 Kinder zurückging.
Die Problematik, die sich aus der Aufklärung und dem Geburtenrückgang unter günstigen Lebensbedingungen ergibt, ist allerdings die der Überalterung der Weltbevölkerung. Diese Überalterung kann zu erheblichen sozialen und ökonomischen Problemen führen, wie es sich in einigen Industriestaaten bereits abzeichnet.
Sterblichkeit und Bevölkerungswachstum
Durch die erhöhte Sterblichkeit in den ärmsten Staaten der Welt relativiert sich die sehr hohe Geburtenrate meist ein wenig in den ersten Lebensmonaten der Neugeborenen. Mangelnde Hygiene und keine ärztliche Versorgung sind schlechte Voraussetzungen zum Leben. In einigen Entwicklungsländern herrscht deshalb, wie auch in den Industriestaaten, ein Bevölkerungsrückgang.
Grund dafür sind nicht nur die Sterblichkeit der Neugeborenen, sondern auch die hohe Rate an HIV/AIDS-Infizierten. In Südafrika schrumpft die Bevölkerung stetig um -0,4%, in Trinidad und Tobago sogar um -0,87%. Dennoch wächst die Weltbevölkerung dagegen an.
Weltbevölkerungskonferenz und Maßnahmen
Seit 1974 findet alle zehn Jahre eine Weltbevölkerungskonferenz der UNO statt, bei der die Bevölkerungspolitik darum bemüht ist, das ständige Wachstum zu verringern oder sogar zu stoppen. Verschiedene Maßnahmen, wie die Aufklärungsarbeit und die Bereitstellung von Verhütungsmitteln in den Entwicklungsländern, haben hierbei bereits positive Ergebnisse gebracht.
Während man in Indien auf die Idee kam, in den Haushalten Fernseher zu verteilen, um die Leute vom Geschlechtsverkehr abzuhalten und die Aufklärung zu fördern, führte beispielsweise China eine Ein-Kind-Politik ein. Vergünstigungen für Ein-Kind-Familien und deutliche Nachteile für Eltern mit mehr Kindern sollten die Probleme lösen.
China: Selektive Abtreibung von weiblichen Nachkommen
Jedoch führte der traditionelle Wunsch, einen männlichen Erbfolger zu haben, zu selektiven Abtreibungen von Mädchen und damit zu einem Ungleichgewicht der Geschlechter in China, dem bevölkerungsreichsten Land der Welt.
Umsiedlungen und Auswanderungen sollen außerdem die Verteilung auf ressourcenreichere, dünn besiedelte Gebiete unseres Planeten erwirken.
Die Debatte über das bedrohliche Bevölkerungswachstum der Welt ist kritisch zu betrachten. Denn es kommt der Gedanke auf, die Debatte diene dazu, das Gewissen der Reichen angesichts der Armut zu beruhigen und eigentlich von sozialer Ungleichheit und politischen Fehlern abzulenken, welche die tatsächlichen Ursachen des Welthungers seien.
