Was passiert im Körper bei einer Grippe?

Kategorie: Biologie
10. Nov

Eine Grippe ist eine äußerst unangenehme Angelegenheit, die mit Vorliebe in den kalten Monaten auf uns zukommt. Aber was passiert eigentlich genau in unserem Körper während dieser Infektionskrankheit?

Niesen ©Flickr mcfarlandmo

Eine Grippe und auch eine Erkältung kündigen sich meist mit Kribbeln und Kratzen im Halsbereich an. Zudem kommen Husten, häufiges Niesen und oft Fieber hinzu. In diesem Fall ist klar, dass es einen „erwischt“ hat.

Grippe – Die Körperpolizei auf der Jagd nach Viren

Eine Grippe kommt nicht zwangsläufig vom Barfußlaufen auf kalten Steinen oder vom Rausgehen mit nassen Haaren. Vielmehr sind kleine fiese Viren, die jede noch so kleine Schwächung unseres Immunsystems ausnutzen, für die Krankheit verantwortlich. Aber warum tritt die Erkrankung meist in den kalten Monaten auf?

Das liegt daran, dass die trockene Heizungsluft unseren Schleimhäuten schwer zu schaffen macht und diese stark austrocknen. Durch die fehlende Befeuchtung der Schleimhäute können Viren und andere Krankheitserreger schneller und leichter in den Körper eindringen und dort zu Werke gehen, da der filternde Effekt nicht aktiv ist.

Die Übertragung der Viren auf andere Menschen erfolgt durch näheren Kontakt, meist Niesen, Sprechen oder auch Händeschütteln. Diese Art der Ansteckung wird auch als Tröpfcheninfektion bezeichnet. Ob man sich letztendlich auf diese Weise mit dem Virus infiziert, hängt jedoch vom Immunsystem ab. Bei leichteren Erkrankungen ist es oft der Fall, dass der Organismus etwa durch Frieren oder Schlafmangel den Erregern weniger entgegenzusetzen hat, da das Abwehrsystem in diesem Fall meist geschwächt – sozusagen abgelenkt – ist.

Was ist ein Virus?

Viren sind die kleinsten Krankheitserreger, die Menschen und Tiere krank machen können. Wissenschaftler haben bisher bereits über 100 verschiedene Erkältungsviren klassifiziert. Bei einem Virus handelt es sich nicht um ein „richtiges“ Lebewesen, da er ohne eine menschliche Zelle nicht überleben kann, er braucht also einen so genannten Wirt. Mit der Vermehrung der Zelle verbreitet sich der Virus im Organismus und es kommt zum Krankheitsausbruch. Durch ständigen Wirtwechsel und die damit verbundenen Mutationen bleibt der Virus nicht nur am Leben, sondern ist durch Evolutionsprozesse obendrein in der Lage, gegen bestimmte Medikamente Resistenzen zu entwickeln.

Unterschied zwischen Erkältung und Grippe

Etwa vier- bis neunmal im Jahr werden wir von einer Erkältung geplagt, was den Vorteil hat, dass das Abwehrsystem “üben” kann, wie es mit Krankheitserreger fertig wird. Diese ständige Auseinandersetzung mit Krankheitserregern trainiert sozusagen unser Immunsystem. Im Gegensatz zur Grippe ist die gewöhnliche Erkältung jedoch eine bakterielle Infektion, welche zumeist glimpflicher Verläuft. Die Krankheitssymptome sind wenbiger stark ausgeprägt.

Eine Grippe, die eine Virusinfektion ist, kennzeichnet sich dadurch, dass innerhalb kurzer Zeit sowohl Gliederschmerzen, Kopfschmerzen als auch trockener Husten auftreten. Bei einer Grippe ist zudem hohes Fieber typisch, das schnell über 39 Grad Celsius ansteigt und für mehrere Tage anhält.

Glücklicherweise kann dank des Immunsystems nicht jeder Virus einfach in den Körper spazieren. Das Abwehrsystem kämpft unmittelbar gegen alle fremden Eindringlinge an und startet mit Erste-Hilfe-Maßnahmen, um die Erreger abzuwehren.

Um Viren zu bekämpfen, produziert der Organismus Antikörper, die sich an die Viren heften, wodurch Antikörper-Viren-Klumpen entstehen. Diese Klumpen werden von anderen Zellen, die sich im Blut befinden, aufgefressen, wodurch die Viren letztendlich vernichtet werden.

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