Warum werden Haare grau?

Kategorie: Biologie
2. Nov

Die Frage nach dem Ergrauen der Kopfhaare ist gelöst. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Wasserstoffperoxid dafür verantwortlich ist. Genau dieselbe Substanz, die auch beim Färben der Haare verwendet wird.

Mann mit grauem Haar ©Flickr nlewis039

Graue Haare – Stoffwechselprodukt ist Schuld

Forscher der Mainzer Johannes Guttenberg-Universität und der University of Bradford in Großbritannien haben das Rätsel um die grauen Haare gelüftet. Schuld an der Verfärbung ist Wasserstoffperoxid, das als Bleichmittel bekannt ist. Mit fortschreitendem Alter bildet sich im menschlichen Körper immer mehr von dieser Substanz, wodurch die Produktion des Farbpigments Melanin eingeschränkt wird, was wiederum zum Ergrauen des Schopfes führt.Wasserstoffperoxid ist ein Stoffwechselprodukt, das im gesamten menschlichen Körper vorkommt. Da der Organismus im Alter nicht mehr mit dem Abbau vorankommt, nimmt die Menge im Körper stets weiter zu.

Forscher haben nun herausgefunden, dass dafür die Abnahme des Enzyms Katalse verantwortlich ist, welches normalerweise für die Neutralisation von Wasserstoffperoxid sorgt. Die Folge ist, dass Wasserstoffperoxid das Enzym Tyrosinase bekämpft und schließlich mit der Aminosäure Methionin oxidiert. Durch diese Oxidation kann das Enzym Tyrosinase kein Melanin mehr bilden, was die Haare grau werden lässt.

Die Oxidation führt zu einer Beeinträchtigung weiterer Enzyme, wodurch letztendlich das komplette Haar betroffen ist. Die Wissenschaftler haben damit auch einen Ansatz für die Behandlung der Pigmentstörung Vitiligo (auch: Weißfleckenkrankheit) gezeigt, da Melanin nicht nur für die Färbung der Haare, sondern auch für die Pigmentierung der Haut verantwortlich ist.

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