Der Begriff Radioaktivität ist nicht zuletzt aufgrund der dramatischen Ereignisse in Japan in aller Munde. Niemand mag die Folgen der nuklearen Katastrophe abschätzen können. Die Frage, die sich die meisten Personen dabei stellen, ist die nach der Wirkung radioaktiver Strahlung auf den menschlichen Körper.

Die Ansichten dazu reichen weit auseinander. Einige Experten sind der Meinung, dass der menschliche Organismus in der Lage ist, mit einer gewissen radioaktiven Belastung zurecht zu kommen. Andere Meinungen besagen, dass bereits kleinste strahlende Teilchen den Organismus angreifen und die Zellen schädigen können, wodurch es zur Veränderung des Erbgutes und zum Absterben der Körperzellen bis hin zu Krebs kommen kann.
Radioaktivität – Wirkung auf den menschlichen Körper
Laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) kann der Mensch im Jahr einer Dosis von fünf Millisievert ausgesetzt sein, ohne dass mit schwerwiegenden Konsequenzen gerechnet werden muss. Allerdings ist diese Zahl schnell erreicht, da der Mensch ständig einer nicht zu unterschätzenden Radioaktivität im Alltag ausgesetzt ist.
Die Hälfte des empfohlenen Richtwertes vom BfS kommt durch medizinische Maßnahmen wie Röntgen zustande. Eine Computertomografie des Bauches setzt allerdings sogar eine Strahlung von 15 bis 20 Millisievert frei, also dem etwa Vierfachen der empfohlenen Dosis.
Forschung mit Radioaktivität
Die Physikerin Marie Curie hat eine bedeutende Forschung an radioaktiven Elementen betrieben. Für ihre naturwissenschaftliche Leistungen wurde sie zweimal mit dem Nobelpreis ausgezeichnet (Chemie, Physik). Somit war sie die erste Frau, die mit dem ehrwürdigen Preis geehrt wurde.
Gemeinsam mit ihrem Mann Pierre Curie forschte sie intensiv an den Eigenschaften des radioaktiven Uraniumsalzes. Das Ehepaar fand weitere strahlende Elemente, denen sie die Namen Polonium und Radium gaben. Marie Curie verstarb infolge des intensiven Kontakts mit den radioaktiven Substanzen an aplastischer perniziöser Anämie.
Radioaktivität im Alltag
Auch wenn die Gefahren der Radioaktivität katastrophal sein können, hat die Strahlung auch positive Eigenschaften zu verbuchen. So hat Radioaktivität in der Medizin eine wichtige Bedeutung. Unter anderem basieren das Röntgen und die Computertomografie auf der Basis von Radioaktivität.
Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft gibt es keine Untergrenze, ab welcher kein gesundheitliches Risiko für den Menschen besteht. Das gesundheitliche Risiko hängt jedoch von vielen Faktoren wie dem jeweiligen Alter und der jeweiligen Form der Aufnahme ab (Nahrung, Luft). Kinder, die radioaktiver Strahlung ausgesetzt sind, haben ein weitaus höheres Risiko zu erkranken als Erwachsene, da sich deren Körperzellen noch im Teilungsprozess befinden.
Symptome einer radioaktiven Überdosis – Strahlungsbelastung
Eine hohe Belastung radioaktiver Strahlung führt zu Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Haarausfall, um nur einige der Symptome zu nennen. Eine Dosis ab 500 Millisievert führt beim Erwachsenen zur so genannten akuten Strahlenkrankheit. Bei Kindern liegt die Dosis bei etwa 250 Millisievert.
„Die Strahlenkrankheit ist die Folge eines massiven Zellsterbens in einem Organ- oder Gewebesystem, das auf einen dauernden Zellnachschub aus dem Stammzellenvorrat des Körpers angewiesen ist.“ Davon sind in erster Linie die Schleimhäute, das Knochenmark, die Haut und der Magen-Darm-Trakt betroffen.
Radioaktivität wirkt auf die Zellen ein und kann zur Zerstörung dieser führen. Auch das Erbgut leidet unter Radioaktivität, sodass dies verändert werden kann. Zudem besteht eine sehr große Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken.