Neues Konzept zur Energiegewinnung: Hohlkugel-Speicher auf dem Meeresboden
Derzeit sorgt eines neues Energiegewinnungs-Konzept für Furore. Ein Holhkugel-Speicher auf dem Meeresgrund soll den Druck in den Tiefen des Meeres zur Stromerzeugung und Speicherung nutzen und so eine weitere Alternative zu Atomkraftwerken bieten.
Vorgestellt wurde die Idee Anfang des Jahres von dem Frankfurter Kernphysiker Horst Schmidt-Böcking und seinem Saarbrücker Kollegen Gerhard Luther. Das Konzept basiert darauf, den natürlich hohen Druck in tiefen Gewässern zu nutzen. Durch riesige Hohlkugel-Speicher am Meeresboden soll mit einfachen Mitteln eine hohe Druckdifferenz geschaffen werden, durch die Energie erzeugt und gespeichert werden kann.
Funktionsweise der Tiefsee-Energiequelle
Die Funktionsweise der Hohlkugel-Speicher beruht auf dem Prinzip von Pumpenspeicherwerken. Hier wird mit aufwendiger Technik eine Druckdifferenz hergestellt, die bewirkt das Wasser durch Turbinen strömt und so Strom erzeugt. Ähnliches soll nun mit reduziertem Aufwand und unter Einbeziehung natürlicher Ressourcen am Meeresboden erprobt werden.
Hoher Druck am Meeresboden liefert optimale Voraussetzungen
Die optimale Bedingungen hierfür findet man auf dem Meeresgrund. Hier herrscht von Natur aus ein hoher Druck. Nutzen lässt sich dieser enorme Druck, der in Tiefen von 2000m rund 200 bar beträgt, jedoch nur, wenn man diesem Hochdruckbereich einen niedrigen Druck gegenüberstellt. Dies soll mit Hilfe von hohlen Betonkugeln geschehen.
Erstaunliches Resultat mit wenig Aufwand
Schon Kugeln mit einem relativ geringen Durchmesser von 100m sollen erstaunliche Ergebnisse erzielen. Um eine möglichst hohe Druckdifferenz zu erzeugen wird im inneren der Betonkugel weitgehend ein Vakuum hergestellt. Der große Druckunterschied wird mit enormer Kraft Wasser durch Turbinen ins Innere der Hohlkugel gedrückt. Die so angetriebenen Turbinen erzeugt den Strom. Im Prinzip wird am Meeresgrund also ein Pumpenspeicherwerk errichtet nur mit viel höheren Drücken und viel weniger Aufwand.
Hohlkugeln als Energiespeicher
Großer Vorteil der neuen Energiequelle ist die Möglichkeit der Speicherung. Dies ist bei anderen erneuerbaren Energiequellen nach wie vor ein großes Problem. Hier geschieht die Speicherung durch das Herauspumpen des Wassers aus der Kugel. Die Turbinen werden dazu zu Pumpen umfunktioniert. Diese werden durch überschüssigen Windstrom angetrieben, der durch ein einfaches Stromkabel in die Tiefe geleitet werden soll. Rund 80 Prozent des Stroms kann durch diese Methode nach der Speicherung wiedergewonnen werden.
Hohlkugelspeicher am Meeresgrund als mögliche Alternative
Die neue Technik weist einiges Potential auf. So könnte schon eine relativ kleine Kugel mit einem Durchmesser von 50m in einer Tiefe von 2000m über mehrere Stunden soviel Strom einlagern und produzieren wie ein Dutzend Windräder. Mit einer Leistung von 100 MegaWatt könnten die Turbinen so rund 200.000 Haushalte mit Strom versorgen. Ab einem Durchmesser von 200m wird es dann laut Erfinder Schmidt-Böcking richtig interessant: Die Kugel könnte dann die Leistung mehrerer Kernkraftwerke ersetzen.
Technische Herausforderungen der neuen Energiegewinnung
Bis ins Detail ausgearbeitet ist das neue Konzept noch nicht und einige Herausforderungen stellt das ambitionierte Projekt von Schmidt-Böcking bereit. So muss die Betonkugel dem hohen Außendruck standhalten und somit eine enorme Stabilität aufweisen. Auch dürfen keine Fremdkörper, wie Muscheln o.ä., in die Turbinen geraten. Des Weiteren ist es notwendig die Kugel mit einem aufblasbaren Gürtel auszustatten, um sie im Notfall an die Wasseroberfläche befördern zu können. Schmidt-Böcing hält dies jedoch alles für lösbare Aufgaben.
Realisierung der Meeresbatterie
Unterstützung für die Realisation wurde schon von drei Seiten angekündigt: So will sich Baudienstleister Hochtief um die Konstruktion der Hohlkugel kümmern und auch das Frauenhofer Institut und der an Siemens beteiligte Turbinenhersteller Voith Hydro haben ihre Mitarbeit in Aussicht gestellt. Laut ersten Plänen soll in drei Jahren eine Probe-Anlage vor Norwegen in Betrieb genommen werden.
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Sehr geehrte Damen und Herren!
Die Idee ist sehr gut und soll nicht geschmälert werden. Meines Erachtens wäre es besser, zwei entsprechende Hohlkugeln auf dem Lande in der Erde zu versenken. Die eine ,kurz’ unter der Erdoberfläche und die andere tausend Meter tiefer – durch Rohre verbunden.
Alles an solch einem Kraftwerk könnte leichter zu bauen sein – schließlich ist der Bergbau auch schon in solche Tiefen vorgestoßen. Und auf der Erde wäre nichts zu sehen. Das Wasser würde nur zwischen den beiden Hohlräumen zirkulieren.
Mit freundlichen Grüßen
Gerd Taddicken
Sehr guter Einwand, siehe auch hier http://www.zeit.de/2010/48/Pumpspeicherkraftwerk
Im Spiegel stand letztens (Mitte/Ende November auch bereits ein Artikel über dieses Thema (Bergbau – Pumpspeicher).
Grüße,
Sebastian
Die Erdkugel soll leichter zu bauen sein ?
Ich bin jetzt kein Erdbauingenieur, aber erst mal muß ein senkrechter Stollen gebaut werden – auch zwecks Wasserleitung. Dann ein Hohlraum gebuddelt werden um überhaupt eine Kugel bauen zu können. Während des Baus darf dieser natürlich nicht einstürzen und muß gestützt werden Zudem ist auch noch ein ebenerdiges Wasserreservoir nötig.
Und dann: Die Turbinen und Generatoren müssen unten sein und auch dort gewartet werden.
Die Meereskugel wird einfach nur gebaut (Vor Ort. oder leer dahin geschleppt) und dann mit einem Stromkabel versenkt. Mehr braucht es nicht, auch keine Wasserleitung. Zum Reparieren wird sie leergepumpt und schwimmt auf ( oder eben ein Schwimmring).
Zudem: Die Kugel soll den Strom von danebenliegenden offshore Windanlagen speichern. Die (teuren) Netzanschlüße dieser Anlagen können somit optimal genutzt werden, da durch Speicherung vor Ort ein konstanter Strom durchgeschickt werden kann und durch Speicherung der Spitzenenergien auch kleiner dimensioniert werden können.
Gibuld
