Marie Curie ist eine bedeutende Naturwissenschaftlerin, die bisher als einzige Frau mehrere Nobelpreise verliehen bekam. Sie erhielt neben dem anteiligen Physik-Nobelpreis auch den Nobelpreis in Chemie.
Marie Skłodowska, so ihr bürgerlicher Name, wurde am 7. November 1867 in Warschau geboren. Sie wuchs unter eher schlechten Bedingungen auf, die unter anderem von Armut geprägt waren. Ihre an Tuberkulose leidende Mutter mied jeglichen körperlichen Kontakt, aus Angst, die Krankheit zu übertragen.
Marie Curie – Der Weg zur Nobelpreisträgerin
Marie Curie entwickelte sich zu einer überaus begabten Schülerin, die mit viel Disziplin einen sehr erfolgreichen Schulabschluss absolvierte und als beste Schülerin das Gymnasium verließ. Im Jahr 1885 begann sie als Kindermädchen zu arbeiten, um ihrer Schwester das Studium in Paris mit zu finanzieren. In Polen war es Frauen nämlich nicht erlaubt, sich an einer Hochschule einzuschreiben.
1891 folgte sie ihrer Schwester nach Frankreich, um an der Universität Sorbonne Physik und Chemie zu studieren. Diesmal tauschten sie die Rollen, indem ihre Schwester Bronia für die Teilfinanzierung ihres Studiums sorgte.
1895 heiratete Marie den französischen Wissenschaftler Pierre Curie, mit dem sie zwei Töchter bekam. Der Großteil ihres Lebens spielte sich im Labor ab, in dem sie unter erschwerten Bedingungen die radioaktive Eigenschaft von Uran und dem daran gekoppelten Radium sowie Polonium entdeckten.
Bedeutende naturwissenschaftliche Erkenntnisse
Ende 1895 wurde die Röntgenstrahlung entdeckt, was innerhalb der Wissenschaft für großes Aufsehen sorgte. Marie Curie interessierte sich ganz besonders für die neu entdeckte Strahlung von Stoffen. Der Physiker Antoine Henri Becquerel hat Ende des 19. Jahrhunderts entdeckt, dass bestimmte Stoffe wie Uranerze konstant eine Strahlung absondern, die in der Lage ist, Fotoplatten zu schwärzen, Luft zu ionisieren und Lichtblitze auf Leuchtschirmen zu produzieren.
Madame Curie, wie sie im Kreis der Wissenschaft auch genannt wurde, prägte den Begriff „radioaktiv“. Dabei handelt es sich um eine Eigenschaft, die bei der Spaltung von Atomkernen zutage tritt. Somit dreht sich im Leben der Forscherin alles um Radioaktivität und Forschung.
Bahnbrechende Forschungsergebnisse
Für ihre bahnbrechenden Forschungsergebnisse wurde das Ehepaar Curie im Jahr 1903 gemeinsam mit Becquerel mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet. Madame Curie wurde 1911 ein zweites Mal mit dem begehrten Preis geehrt. Diesmal für ihre Erkenntnisse im Bereich der Chemie.
Marie Curie hatte aufgrund des ständigen Kontakts mit den radioaktiven Substanzen bald mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Nachdem ihr Ehemann 1906 infolge eines Verkehrsunfalls ums Leben kam, erlag sie am 4. Juli 1934 den Folgen der so genannten Strahlenkrankheit. Sie und ihre naturwissenschaftlichen Erkenntnisse haben vor allem die Medizin nachhaltig beeinflusst (z.B. die Röntgen-Technik).
In diesem Jahr wird übrigens das Jahr der Chemie zelebriert, in dessen Zentrum Frauen stehen, die Bahnbrechendes für die Chemie geleistet haben. Und es ist kein Zufall, dass genau vor einhundert Jahren Marie Curie den Chemienobelpreis verliehen bekam.
