Klimawandel: Eiskalte Winter und Schnee trotz Erderwärmung?

Kategorie: Geologie
3. Dez

Der globale Klimawandel beschert uns Tropische Hitze im Sommer – klirrende Kälte im Winter. Doch eigentlich sprechen alle immer nur von der Erderwärmung. Wie passt das mit den eisigen Temperaturen zusammen, die uns nun auch in Deutschland regelmäßig befallen?

Snow Sun © Flickr / Kecko

Minus 20 Grad Celsius, Schnee und Eis auf den Straßen. Kein außergewöhnliches Wetter ganz weit im Norden. Aber in Mitteleuropa? Und teilweise schon Anfang Dezember? So einen schnellen Wintereinbruch mit einer Schneedecke, die halb Mitteleuropa einhüllt, gab es seit Beginn der Wetteraufzeichnung äußerst selten. In manchen Regionen wurden gar die bestehenden Kälterekorde gebrochen.

Klimaveränderung bedingt Wetterextreme

Schuld daran ist der Klimawandel. Dieser verursacht weltweit immer größer werdende klimatische Diskrepanzen zwischen den einzelnen Jahreszeiten. Die Sommer werden immer heißer und trockener, die Winter dafür kälter. Darüber hinaus besteht die Tendenz, dass sich diese Wetterperioden immer weiter ausdehnen, sodass die extremen Temperaturen länger anhalten. So reichte der Winter 2009/2010 bis in den April hinein, als die vereisten Straßen endlich aufzutauen begannen. Dies könnte zur Regelmäßigkeit werden, denn Herbst und Frühling werden immer kürzer, die Übergänge zwischen heiß und kalt immer heftiger. Gerade erst die Badehose eingepackt, können wir schon bald die Winterhandschuhe aus dem Schrank holen.

Erderwärmung ist auch die Ursache für kalte Winter

Was haben diese arktischen Winter nun mit der globalen Erwärmung zu tun? Diese sollte doch eigentlich ganzjährig einen Anstieg der Temperaturen auslösen – nicht nur im Sommer. Oder?

Nicht ganz richtig. Hier kommen die Wechselwirkungen und Abhängigkeiten der klimatischen Umwelt-Bedingungen und deren Auswirkungen ins Spiel.

Abschmelzen der Polkappen beeinflusst warme West-Ost-Windströme

Durch die Klimaerwärmung verringern sich die Eismassen am Nordpol, wodurch sich örtlich die unteren Luftmassen leichter erhitzen. Die geringer werdenden Temperaturunterschiede gehen wiederum mit einer Abschwächung der Hoch- und Tiefdruckgebiete über dem Atlantik einher, wodurch die warmen Westwinde Richtung Europa nachlassen. Der Weg wird frei für kalte Luftmassen aus dem Norden.

Forscher vermuten, dass sich demzufolge die Wahrscheinlichkeit für kalte Winter auf unserem Kontinent und auch in Nordasien langfristig verdreifacht. Eisige Minusgrade, Schnee und Eis stehen also keinesfalls im Gegensatz zur globalen Erwärmung, sondern komplettieren erst das Gesamtkonzept des weltweiten Klimawandels.

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Jonas schreibt
am 3. Dezember 2010 um 13:17 Uhr

Gute, knappe Erklärung. Man denkt halt immer nur soweit man sehen kann und vergisst die größeren Zusammenhänge. Ich muss sagen, allein von der Wirkung finde ich die Erderwärmung nicht übel. Hatte noch nie etwas gegen kalte, verschneite Winter. Die echten Probleme machen sich ja wo anders bemerkbar (extreme Hitze – > keine Ernten, steigender Meeresspiegel – > kein Lebensraum).

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