Kernspin als effektiver Datenspeicher

Kategorie: Physik
12. Jan

Physiker der University of Utah haben einen Kernspin-Speicher aus Phosphoratomen entwickelt. Dieser kann digitale Daten speichern und ist somit eine Innovation, die für Quantencomputer genutzt werden könnte.

So wird der Datenspeicher sicher nicht aussehen: Kernspin-Tomograph © Flickr / Norbert Löv

Heutzutage werden Daten durch elektrische Ladungen von Elektronen auf einem Computerchip gespeichert. Demnächst könnten jedoch einzelne Phosphoratome mit ihrem magnetischen Merkmalen diese Arbeit viel effektiver übernehmen.

Kernspin-Datenspeicher aus Phosphoratomen

Wissenschaftler der University of Utah haben einen Kernspin-Datenspeicher aus Phosphoratomen konstruiert, der die Entwicklung der kleinsten Datenspeicher revolutionieren und die Forschung auf dem Gebiet leistungsstarker Quantencomputer noch weiter forcieren. Solche – auch Spintronik genannte – Module könnten in naher Zukunft nämlich die Basis für die kleinsten Speichermedien überhaupt bilden.

Extreme Versuchsbedingungen

Jedoch war der Speicher nur unter extremen Bedingungen einsatzbereit. Bei minus 270 Grad Celsius und einem Magnetfeld von 8,59 Tesla (was dem 200.000-fachen des Erdmagnetfeldes entspricht) war es erst möglich, digitale Daten auf dem Kernspin zu speichern und wieder auszulesen – dies allerdings für ganze zwei Minuten! Aktuelle Arbeitsspeicher herkömmlicher Prozessoren sichern wichtige Informationen hingegen nur für wenige Millisekunden.

Die Wissenschaftler sind stolz auf sich und ihre Arbeit. Vor allem weil sie den Kernspin-Datenspeicher wie einen normalen Chip elektronisch beschreiben und wieder auslesen konnten. Momentan tüfteln die Physiker noch an den Feinheiten und versuchen vor allem, die extremen Bedingungen – die Temperatur und das Magnetfeld – immer weiter abzuschwächen, damit der Speicher als Chip in Computern genutzt werden kann.

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