Ist Albert Einsteins Relativitätstheorie unvollständig?
E = mc². Mit dieser Formel hat Albert Einstein das Verständnis von Raum und Zeit in der Wissenschaft revolutioniert. Doch hat der Physik-Nobelpreisträger bei seinen Untersuchungen eine Kraft vernachlässigt? Das zumindest behauptet ein Wiener Forscher.
Der Physiker Albert Einstein beschrieb bereits Anfang des letzten Jahrhunderts das unsichtbare Phänomen, dass Sterne und Planeten aufgrund ihrer Masse die Raumzeit krümmen. Diese Tatsache stellt Daniel Grumiller, Dozent am Institut für Theoretische Physik an der TU Wien, nicht infrage. Jedoch entwickelte er einen ernstzunehmenden Ansatz zur Erweiterung von Einsteins Ansatz um eine konstante Kraft, die bisher nicht zufriedenstellend einzuordnende Phänomene zu erklären scheint.
Gravitationsphysik – bisher rätselhaftes Phänomen
Trotz Einsteins Relativitätstheorie ließen sich bestimmte Abweichungen von Objektlaufbahnen bisher nicht zufriedenstellend erklären, beispielsweise in der Bewegungsgeschwindigkeit von Sternen rund um das Galaxiezentrum. Diesbezüglich auftretende Anomalien, welche meist die Auswirkung der Schwerkraft über große Distanzen hinweg betreffen, versuchten Wissenschaftler bislang mit der „dunklen Materie“ zu erklären, die bis heute jedoch noch nicht experimentell nachgewiesen werden konnte.
Die Rindler-Kraft
Grumiller schlägt nun vor, eine konstante Kraft anzunehmen, die zwischen zwei Objekten unabhängig von deren Entfernung zueinander wirkt. Ihr hat er den Namen „Rindler-Kraft“ gegeben – nach dem Physiker Wolfgang Rindler, der als Jude im zweiten Weltkrieg vor den Nationalsozialisten aus Wien nach England flüchten musste. Diese kleine, jedoch konstante Kraft, die im täglichen Leben nicht beobachtbar sein soll, scheint bei Wechselwirkungen zwischen weit voneinander entfernten Planeten eine Rolle zu spielen, da hier die klassische Schwerkraft zu klein ist, um die auftretenden Effekte zu erklären. Mithilfe der Rindler-Kraft lassen sich beispielsweise die enormen Rotationsgeschwindigkeiten qualitativ hochwertiger und damit wahrscheinlicher beschreiben, als in der Vergangenheit.
Ein Widerspruch zu Einsteins Relativitätstheorie bestehe laut Grumiller dabei jedoch nicht. Vielmehr fülle seine Theorie eine Lücke in den Ausarbeitungen des Nobelpreisträgers und lasse sich im Prinzip in dessen größeres Theorie-Konstrukt als Erweiterung nahtlos einfügen.
