Die erste Festplatte: Eine kleine Zeitreise zurück in die 50er
Bereits in den frühen 50ern machte sich IBM Gedanken zu einer Plattform, die eine hohe Datenkapazität und gleichzeitig unbeschränkten und vor allem schnellen Zugang bot, ohne den Preisrahmen zu sprengen. Am Anfang sah die Festplatte jedoch noch etwas anders aus.
Erfinder der Festplatte ist Reynold Johnson, der in den 30ern noch Naturwissenschaften in Michigan lehrte, dann jedoch seinen Job verlor und an einer Maschine arbeitete, die die Kreuze auf standardisierten Tests lesen und auswerten konnte.
Reynold Johnson: Genie began als Lehrer
Das fand IBM erst nach mehreren Pitch-Versuchen Johnsons höchst praktisch, kaufte Johnson die Erfindung ab und stellte ihn gleich darauf an. 1952 wurde er nach Kalifornien ins Silicon Valley geschickt – die Geburtsstätte einer gigantischen Industrie-, wo er ein Team anleitete, das die erste Festplatte der Welt entwickelte, die IBM 305 RAMAC.
Auch davor gab es schon Geräte, auf denen Daten gespeichert werden konnten, allerdings dauerte es teilweise Minuten-lang, bis diese Infos auch gefunden werden konnten, doch IBM wollte ein Gerät, das unmittelbar erreicht werden konnte.
Die erste Festplatte: IBM 305 RAMAC
1956 wurde sie zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt, die IBM 305 RAMAC, damals noch ein absolutes Monster, das ungefähr so groß wie zwei Familienkühlschränke war, ca. eine Tonne wog und gemietet ca. 3200$ monatlich kostete. Wer soviel nicht aufbringen konnte, der konnte sich das gute Stück auch für 160000$ kaufen. Und wie viel Info konnte die 305 halten? Ganze 5MB (also ca. ein Lady Gaga Song), obwohl mittlerweile klar ist, dass IBM auch mehr Speicherkapazität hatte, aber der Markt war zu dem Zeitpunkt noch nicht bereit dafür, bzw. konnte nicht noch mehr bezahlen.
Disk statt Zylinder
Der Geniefunke Johnsons lag an der Idee, anstelle der allgemein genutzten Zylinder Konfigurationen damaliger Speichermedien, eine Scheibe zu verwenden, da Johnson davon ausging, das diese in der Zukunft sicherer, kleiner und billiger werden könnte, als der Zylinder. Die Disks damals hatten übrigens noch einen Durchmesser von über 60cm.
Die ersten Festplatten waren alle externe Festplatten, was nicht nur an ihrer enormen Größe lag, sondern auch daran, dass der Heimcomputer, wie wir ihn kennen damals noch gar nicht erfunden worden war. Die externe Festplatte, die wir heute kennen, ist dank der Disk etwas kleiner, es kann sich ja nicht jeder eine Garage nur für 5MB Speicherplatz zulegen.
Heutzutage sehen die Festplatten zwar ein wenig kompakter aus als damals, aber das System, das von Johnson erfunden wurde, gilt auch heute noch. Als kleine Fußnote wäre auch noch zu erwähnen, dass Johnson auch maßgeblich an der Erfindung der Videokassette beteiligt war, aber dazu vielleicht ein anderes mal.