Diät: Jo-Jo-Effekt durch Stress beim Abnehmen?
Gewicht abnehmen ist stressig. Das weiß jeder, der schon einmal eine Diät gemacht hat. Doch nun haben Forscher herausgefunden, dass der durch eine Diät erzeugte Stress sogar den ungewünschten Jo-Jo-Effekt verstärkt.
Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler bei der Untersuchung von Mäusen, welche einer dreiwöchigen Diät unterzogen wurden. Während dieser Zeit verloren die Tiere zwar 10 – 15 Prozent ihres Körpergewichts, wiesen jedoch zugleich einen stark erhöhten Stresshormonspiegel im Blut sowie auf Depressionen hinweisendes Verhalten auf. Offenbar liegt der Zusammenhang der beiden Effekte in der Veränderung verschiedener Gene – ausgelöst durch die reduzierte Kalorienzufuhr.
Jo-Jo-Effekt: Teufelskreis aus Gewichtsverlust und Fressattacken
Abnehmen ist Stress. Und dieser Stress erschwert den dauerhaften Diäterfolg. Trennkost, Verzicht auf Kohlenhydrate, Diät-Rezepte und Kalorientabellen überfordern viele Abnehmwillige und provozieren Frustessen. Bekannt ist der Jo-Jo-Effekt seit Längerem: Nach kurzfristiger Gewichtsabnahme setzt schnell die Rückkehr zu normalem Essverhalten bzw. sogar übermäßiges Trostessen ein – und schon sind die gerade gepurzelten Pfunde wieder drauf. Nun scheinen Forscher eine der Ursachen für den wiederkehrenden Teufelskreis aus Auf und Ab herausgefunden zu haben.
Gene: Diätstress steigert Verlangen nach fetthaltiger Nahrung
Der Versuch mit den Mäusen zeigte es: Eine geringere Kalorienzufuhr über einen bestimmten Zeitraum hinweg, verändert offensichtlich die Aktivität bestimmter Gene. Dadurch werden einige Gehirnfunktionen so umprogrammiert, dass Betroffene auch nach der Diät in stressigen Zeiten tendenziell zu fetthaltiger, kalorienreicher Nahrung greifen. Schuld sind vermutlich epigenetische Veränderungen an der Erbsubstanz, die zwar nicht den Bauplan der Gene selbst verändert, jedoch die Aktivität sogenannter chemischer Schalter beeinflusst. Ein Effekt, der dauerhafte Auswirkungen hat und – nach neuesten Erkenntnissen – zudem weitervererbt wird. Anscheinend sind die Ergebnisse der Tests auf den Menschen übertragbar.
Lösung: Anti-Stress-Medikamente?
Eine Phase des Abnehmens scheint demnach zu beeinflussen, wie das Gehirn auf zukünftige Stresssituationen reagiert, was sich wiederum auf das Gewichtslevel auswirkt. Stellt sich die Frage, ob stressregulierende Medikamente wiederum die Lösung für das Problem sind. Und dies scheint tatsächlich der Fall zu sein. Medikamentöse Behandlung zur Unterstützung von Abnehmwilligen könnte durchaus positive Auswirkungen auf den langfristigen Diaterfolg haben, so die Forscher.
