Der Schatz in der Antarktis – Forscher sind auf der Suche nach Leben im ewigen Eis
Die Antarktis beherbergt einen einzigartigen Schatz, der das Interesse der Wissenschaft geweckt hat. Tief verborgen unter einer drei Kilometer dicken Eisschicht befindet sich ein Kosmos im ewigen Dunkel. Die dort befindlichen Seen und Gebirge liegen seit mehreren Millionen Jahren in tiefer Dunkelheit und haben das ein oder andere Geheimnis parat.
Über 380 Süßwasserseen wurden bisher entdeckt, die zum Teil 4.000 Meter unter der Eisdecke liegen, und einige von ihnen haben riesengroße Ausmaße. Nun haben sich amerikanische, britische und russische Wissenschaftler zum Eiswettbohren aufgemacht, um die Geheimnisse drei dieser Seen zu entschlüsseln.
Antarktis – Geheimnisse in eisigen Tiefen
Der Lake Wostock ist mit einer Fläche von über 15.500 Quadratkilometer etwa 30-mal größer als der Bodensee. Der Lake Ellsworth und der Lake Whillans sind mit einer Größe von 29 bzw. 59 Quadratkilometer ebenfalls sehr groß und lassen ihr Erkunden zu einem anspruchsvollen Projekt werden, bei dem ausgefeilte Technik zum Einsatz kommt.
Dünne Luft und Temperaturen unter minus 50 Grad Celsius machen die Antwort auf die Frage nach den entscheidenden Faktoren zur Veränderung des Weltklimas zu einem äußerst schwierigen Unterfangen. Die Forscher vermuten nämlich in den Tiefen der eisigen Gewässer die Antwort auf die Frage nach der Veränderung der klimatischen Verhältnisse in den vergangenen Jahrmillionen.
Zudem wollen die Forscher erkunden, wie stabil der Eispanzer ist, in dem sich über ein Drittel der weltweiten Süßwasserreserven befinden. Und kann das dortige Leben Rückschlüsse auf uns unbekanntes Leben im Universum geben? David Blake, der Chefingenieur der British Antarctic Survey, sagte, dass man nun am „Grenzbereich wissenschaftlicher Erkundung“ angekommen sei.
Mikroorganismen in der Antarktis – Was lebt unter den Eisschichten?
Die Forschung widmet sich nun ganz der Erkundung des Lebens unter dem dicken Eispanzer in der Antarktis. So wollen die Wissenschaftler untersuchen, was für Organismen unter dem seit Jahrmillionen hermetisch abgeriegelten Eispanzer leben und ob es sich dabei um Nachkommen einer lang vergangenen Zeit handelt. Dass Mikroorganismen unter äußerst erschwerlichen Bedingungen leben können, wurde schon früher wissenschaftlich belegt, sodass damit gerechnet werden kann, dass eine Vielzahl von Organismen entdeckt werden wird.
Nur noch einen Katzensprung vom subglazialen Wasser entfernt
Die russischen Forscher haben sich mittlerweile 3.650 Meter tief an den Wostok-See herangearbeitet. Das so zutage geförderte Eis besteht aus dem gefrorenen Oberflächenwasser des antarktischen Sees und beinhaltet Organismen, die zuvor noch niemand gesehen hat. Dabei handelt es sich unter anderem um Pilze, Bakterien, Sporen und Pollenkörner sowie unbekannte Mikroorganismen.Wissenschaftler sprechen von einem neuen im Eis der Antarktis befindlichen Ökosystem.
Der etwa 420.000 Jahre alte subglaziale See ist durch eine Eiskappe verschlossen und bietet einen äußerst extremen Lebensraum. Neben den eisigen Temperaturen enthält der See extrem viel Sauerstoff. Bleibt abzuwarten, zu welchen Forschungsergebnissen die Wissenschaftler in der Antarktis letztendlich kommen werden.
