Bye bye Space Shuttles: Letzte Starts von Discovery, Endeavour und Atlantis
Back to Earth: Letzte Heimkehr der Discovery nach 39 Missionen. Die vom Kennedy Space Center in Florida eingesetzten NASA-Orbiter Endeavour und Atlantis werden die Ära der Space Shuttles um Columbia und Challenger endgültig schließen. Nachfolger könnte das Raumschiff Orion werden.
Mit nicht vorstellbarer Geschwindigkeit sind die Simulatoren ins Weltall geschickt worden, um Missionen zu erfüllen, die die Menschen unten auf der Erde in Atem hielten. Der menschheitliche Traum vom Fliegen scheint in Form der Space Shuttles eine höhere Stufe erreicht zu haben. Nun geht ihre Ära dem Ende entgegen: Ein Weg voller Erfolge und Unglücke für die amerikanische Geschichte der Raumfahrttechnik.
Space Shuttles erobern das Weltall
Knapp eine halbe Milliarde Dollar kostet ein Start eines Space Shuttles bestehend aus Orbiter, Tank und zwei Feststoffraketen. Trotzdem stellte das Flugobjekt bisher die einzige Möglichkeit für die Vereinigten Staaten dar, mit eigenen Mitteln Menschen ins All zu schicken.
Das wiederverwendbare Raumfahrzeug kann bis zu 7 Astronauten und 24 Tonnen Nutzlast in eine niedrige Erdumlaufbahn von ca. 200 bis 650 Kilometern Bahnhöhe bringen.
Die Missionen gehen von der Versorgung einer Raumstation wie der ISS bis Reparaturen von Satelliten. Doch 2010 beschloss Staatsoberhaupt Barack Obama aus Kostengründen die bemannte US-Raumfahrt stillzulegen.
Katastrophale Rückschläge für Space Shuttles
Seit 1981 haben die fleißigen Space Shuttles ihre ca. 130 Missionen erfolgreich erfüllt. Sie waren stolze Nachfolger vom Mondlander Apollo.
Nur 2 Flüge endeten in einer Katastrophe: 1986 verunglückte die Challenger, 2003 dann die Columbia. Nach einem Tankleck explodierte die Challenger kurz nach dem Start in 15 Kilometern Höhe und stürzte in den Atlantik. Die gesamte Besatzung kam ums Leben. Erst zwei Jahre später konnte der Flugbetrieb der Space Shuttles wieder aufgenommen werden.
Die Columbia hatte eine Mission trotz eines Schadens in der Struktur erfolgreich beendet. Doch auf dem Rückweg zur Erde zerbrach das Shuttle in einer Höhe von 70 km mit 23-facher Schallgeschwindigkeit.
Seit dem zweiten Space-Shuttle-Unglück liegt ein großer Schatten über dem amerikanischen Projekt. Die tödlichen Unfälle haben sich in den Köpfen der Menschen festgesetzt, mehr als die erfolgreich absolvierten Aufgaben.
Ein Trost auf die pensionierten Shuttles
Die wichtigste Aufgabe der Space Shuttles bestand darin, beispielsweise Raumsonden im Weltraum auszusetzen. Ihnen verdanken wir es zum Beispiel auch, dass uns das Hubble-Weltraumteleskop atemberaubende Bilder von der Außenansicht der Erde liefert.
Außerdem konnte an Bord von Space Shuttles viel Forschung betrieben werden, die für die Medizin und Wissenschaft von Bedeutung sind. Die Versorgung der russischen Raumstation Mir und der internationalen ISS wurde durch das Space-Shuttle-Projekt erheblich vereinfacht.
Am 19. April 2011 soll die Endeavour, am 28. Juni 2011 die Atlantis das letzte Mal ins Weltall aufbrechen, bevor sich alle 5 pensionierten Space Shuttles dann einmal im Museum wiedertreffen werden. Für die geplanten Missionen zum Mars werden jedenfalls andere Raumfahrzeuge zur Verfügung stehen müssen.

